Freitag, 17. Juli 2015

Keine Europäer, sondern Hellenen

Keine Europäer, sondern Hellenen
Stilian K. Ariston, 1. Hekatombaion 2791 / 17. Juli 2.015

Keine Europäer, sondern Hellenen
Stilian K. Ariston, 1. Hekatombaion 2791 / 17. Juli 2.015

Ich höre und lese in letzter Zeit in den Medien immer wieder von der „europäischen Idee“, „Europa“ und den „europäischen Völkern“. Die parlamentarischen Oligarchen wollen alle Staatsvölker, die Mitglied der EU sind, zu einem „Europa“ zusammenbasteln. Auch Griechenland soll dieser Mischung zugeführt werden, trotz gravierender historischer, kultureller und ökonomischer Differenzen. Auch uns Hellenen wollen sie zu „Europäern“ machen, falten das Hellenentum zur Grundlage und Erbe des Abendlandes zusammen. Verbrecherparteien, die Waffen an Diktatoren verkaufen und mittels Drohnen Beihilfe zum Mord leisten, nehmen das Wort Demokratie in den Mund, um damit den Parlamentarismus zu kleiden, das Wort Bürger, um den Untertanen weiszumachen, sie würden selber über ihr Leben bestimmen. Doch mit der aristokratischen Gesinnung des Hellenentums hat dies freilich wenig zu tun. Ein kapitalistisches, abendländisches und parlamentarisches Europa ist eines, das uns Hellenen weder anspricht noch betrifft. Insbesondere dann, wenn wir am Missbrauch des Wortes Demokratie vor dem Hintergrund des Freiheitskrieges der Hellenen gegen die persische Monarchie denke, die ihr Leben für die Autonomie, Demokratie und Freiheit des Vaterlandes ließen.

Die allermeisten Hellenen sind Demokraten. Mit Demokratie meinen wir aber auch Demokratie. Keine gewählte Oligarchie, keine Plutokratie und kein Parlamentarismus. Die Demokratie ist ein sehr spezifisches System und sie unterscheidet sich enorm von anderen Herrschaftsformen. Die fünf Säulen oder Grundpfeiler der Demokratie machen sie zu einem einzigartigen Gesellschaftsmodell. Diese heißen: Isotimie, Isonomie, Isagorie, Isopoliteia und Autonomie. Demnach ist die Demokratie die Staatsform der selbstregierten Gesellschaften, der mündigen Subjekte bzw. Bürger. Daher verhält sie sich diametral zum Parlamentarismus und seinem Politikverständnis. Die EU ist ein parlamentarisches System, somit ein Generator für Untertanen, die ihre Verantwortung, Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit an Berufspolitiker delegieren. Somit kann sich die EU weder auf die Demokratie noch auf das Hellenentum berufen. Im Gegenteil.

Europa ist ein Kontinent, nichts weiter als das. Seine Ethnien können in keinster Weise mit modernen Nationalstaaten und ihrer Politik gleichgesetzt werden. Wer die europäischen Ethnien mit Nationalstaaten, Europa mit der EU und das Hellenentum mit dem Abendland gleichsetzt, schadet letztlich die europäischen Ethnien, welche vom (christlichen) Abendland zertrampelt wurden, und sie schaden auch der hellenischen Kultur, die ebenfalls nicht mit einem gewissen  Nationalstaat gleichgesetzt werden kann, auch wenn dieser sich über das Land der Hellenen erstreckt und sich seit 194 Jahren selber hellenisch nennt, im Wesen aber christlich orthodox geblieben und somit antihellenisch ist.


Wer auch immer Verbrecher wählt, hat verdient, von ihnen regiert zu werden. Wer auch immer Untertan (Steuerzahler, Wähler, Konsument) sein möchte, darf dies natürlich auch weiterhin bleiben, uns andere soll er aber aus dieser Sache raus halten.

Als ethnischer Hellene betone und erkläre gegenüber allen Parteien, der EU, der Europäischen Kommission und den Nationalisten, die so gerne Ethnien mit Staaten und ethnische Identitäten mit Staatsbürgerschaften identifizieren: wir (ethnischen) Hellenen sind als indigenes Kulturvolk weder Teil der Europäischen Union, unsere Kultur ist nicht das Erbe des Abendlandes und auch nicht der Nährboden für den Parlamentarismus. Wir sind keine Europäer oder Abendländer und werden es auch nie sein. Wir sind Hellenen und wünschen uns als solche, dass unsere Selbständigkeit respektiert wird. Wir brauchen keine imperiale Konstruktion oder eine einheitliche europäische Phantasiekultur, um in Frieden mit unseren Nachbarn in Griechenland oder andernorts zu leben.

Die hellenische Kultur respektiert grundsätzlich die Alterität und Eigenheiten aller Kultur- und aller Staatsvölker, denn es ist eben diese Vielheit und Diversität, die den Weg zur Erholung und anschließenden Revitalisierung der Ethnosphäre ebnen, deren augenfälligstes Merkmal inhomogene Pluralität und Polymorphie ist. Eine Polymorphie, die die EU nicht zur Kenntnis nehmen will. Und wenn wir uns vergegenwärtigen, dass die Völker vor der Einführung des Euro nicht einmal befragt wurden, ob sie diese neue Währung überhaupt haben wollen, wird jede Frage nach dem Warum überflüssig.

Vielen Dank.


Stilian K. Ariston,
1. Hekatombaion, 3. Jahr der 698. Olympiade