10.01.2019

Εθνικοί Έλληνες; Ναί, εθνικοί Έλληνες

Επειδή κάποιοι συνεχίζουν πού και πού να γράφουν, συνήθως με ειρωνικό τρόπο, ότι εδώ και κάποια χρόνια εμφανίζονται από το πουθενά κάποιοι... "παράξενοι τύποι" που αυτοαποκαλούνται εθνικοί ή εθνικοί Έλληνες και θέλουν "να μας γυρίσουν στα είδωλα", ρωτώντας και χασκογελώντας μάλιστα: "Tί νέα μόδα είναι αυτή πάλι;" ή "Τί άλλο θα ακούσουμε;", τους πληροφορώ ότι κανείς δε θέλει "να μας γυρίσουν" πουθενά, μιάς και αυτό το απατεωνίστικο "μας" υποδηλώνει μία ανύπαρκτη ενότητα, και επιπλέον παραθέτω τα παρακάτω στοιχεία (υπάρχουν κι άλλα), από ανύποπτες πηγές, μήπως βγάλουν κανένα λογικό συμπέρασμα από τις χρονολογίες, από τις οποίες φαίνεται να προκύπτει πως η ονομασία εθνικοί Έλληνες τελικά δεν είναι και τόσο "νέα μόδα". Και ως ένδειξη καλής θελήσεως θέλω να απαντήσω και στο δεύτερο ερώτημα με δύο λέξεις: Πολλά ακόμα.
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"διατί ήσαν εθνικοί Έλληνες ανήκουστοι ολότελα, και στερημένοι από το φως της αποκαλύψεως, ήτοι των θείων Γραφών"
(Αθανάσιος ο Πάριος, Αλεξίκακον Φάρμακον, σελ. 58, Λειψία 1818)

"Τελευταίον, και αυτοί οι Εθνικοί Ελληνες, εκ των Μωσέως, και των προφητικών ακοή παραλαβόντες και παραδόσει, πολλαχου κατά την Ασίαν επικρατούση"
(Κωνσταντίνος Οικονόμος: Περί των Ο' Ερμηνευτών της Παλαιάς Θείας Γραφής, σελ. 298, βιβλ. Δ, Κεφ. 4, Αθήνα 1844)

"δεύτερον δέ ένεκα τής στενής σχέσεως τούτων προς τους Πλατωνικούς φιλοσόφους και οί εθνικοί "Ελληνες"
(Μαργαρίτης Δήμητσας: Ιστορία της Αλεξανδρείας, σελ. 696, Αθήνα 1885)

"και η μουσική σημειογραφία κατά τους πρώτους αιώνας του Χριστιανισμού ήν η παρά τοίς εθνικοίς Έλλησιν εν χρήσει ... Ότε δε οι εθνικοί Έλληνες ησπάσθησαν τον Χριστιανισμόν, και οι ναοί των ειδώλων μετετράπησαν είς χριστιανικούς, η δε εθνική φιλοσοφία έγένετο χριστιανική"
(Γ. Ι. Παπαδόπουλος: Λόγος Πανηγυρικός εκφωνηθείς τη 4 Δεκεμβρίου 1899 κατά την επέτειον εορτήν του Εκκλησιαστικού Μουσικού Συλλόγου, σελ. 5, Κωνσταντινούπολη 1900)

"Άμεσώτερον ήδΰναντο να έπιδρώσιν οί εθνικοί έλληνες"
(Πατριαρχείο Αλεξανδρείας και πάσης Αφρικής: Εκκλησιαστικός Φάρος, σελ. 221, Αλεξάνδρεια 1908)

"Πανταχού δέ οί εθνικοί "Ελληνες ήνοιξαν ενθουσιωδώς τούς κεκλεισμένους αυτών ναούς, άνενέωσαν τάς παλαιάς αυτών λατρείας και έξετέλεσαν θυσίας και εύχάς υπέρ τοΰ Ιουλιανού"
(Παναγιώτης Χ. Δούκας: H Σπάρτη δια μέσου των αιώνων, σελ. 351, Νέα Υόρκη 1922)

06.01.2019

New acts of violence against Hellenism

On December 29, “2018” members of the Hellenic cultural association “Glaukopis” celebrated the Hellenic festival Haloa outside the sanctuary of Demeter at Eleusis, Greece (with the approval of the local authorities). Right after the festival they were attacked by three Christians. The three men screamed at the ethnic Hellenes: “This is an orthodox country!”, “You don’t belong to Greece!” and “Leave!”. They disturbed and harassed them massively, became violent and finally attacked the altar and destroyed the statues and holy vessels for the offerings to the gods, showing no consideration towards the women and children who were there, as the collective Hellenes of Lakonia and the reputable news portal “Kouti tis pandoras” report.
The president of “Glaukopis”, said in an interview to the News Agency “Zougla”, that the security person tried to stop them but they didn’t stop. On the contrary, they broke a man’s glasses, who tried to protect the altar, and beat two women, one took a hit against the ribs and the other one, an elderly woman, was pushed against a tree. The attackers were photographed by members of “Glaukopis” who filed charges “against persons unknown” as we can read on the blog of Hellenes of Lakonia. The president of “Glaukopis” said that these acts of christian fanaticism and violence against religious freedom must be condemned and punished. The police is now investigating the case.
To see the photos click the links below

02.01.2019

Gewalt gegen ethnische Hellenen in Griechenland

Wieder einmal erreichen uns die schrecklichen Bilder von zerstörten Statuen und Kultgegenständen aus Griechenland. Es ist das Ergebnis einer religiös-motivierten Gewalttat, die sich am vergangenen Samstag um etwa 14:45 Uhr Ortszeit in Attika abgespielt hat.

Am 29. Dezember «2018» haben Mitglieder des hellenischen Kulturvereins «Glaukopis», ein Beiname der Göttin Athena, das Fest der Haloa außerhalb des Heiligtums der Demeter in Eleusis gefeiert (mit Genehmigung der zuständigen Behörde). Die Mitglieder von «Glaukopis» hatten dort einen Altar aufgestellt, Hymnen rezitiert und die Götter geehrt, ohne dabei den Passanten im Weg zu stehen. Gleich nach dem Fest näherten sich ihnen drei Männer und fingen an, sie zu belästigen und zu bedrohen. Die jungen Männer haben die Hellenen angeschrien und gerufen: «Das ist ein orthodoxes Land!», «Ihr habt kein Recht hier Riten abzuhalten!», «Verschwindet!» usw. Herr Perdikakis, der Präsident des Vereins, sagte der Nachrichtenagentur «Zougla», dass er und andere aus der Gruppe den drei Männern erklärten, dass sie eine Genehmigung für das Fest bekommen haben. Doch den Männern war das egal, sie forderten, dass die ethnischen Hellenen sofort den Ort verlassen und schubsten sie dabei, aber die ethnischen Hellenen weigerten sich, dem nachzukommen.

Daraufhin attackierte einer der Männer den Altar, er zerstörte die Statuen und die heiligen Gefäße für die Opfergaben an die Götter, und nahm dabei weder auf die Frauen noch auf die Kinder Rücksicht, die zur Gruppen gehörten, wie auf dem Nachrichtenportal «Kouti tis pandoras» und auf dem Blog der Hellenen Lakoniens zu lesen ist. Als einige versuchten, den Altar zu beschützen, ist es zu Handgreiflichkeiten gekommen. Einem Mann wurde die Brille zerstört und zwei Frauen wurden von den Tätern geschlagen. Einer Frau wurde ein Schlag in die Rippen versetzt, die andere, eine ältere Dame, wurde gegen einen Baum gestoßen. Vorher versuchte die Sicherheitsfrau noch zu deeskalieren und die Männer zu überzeugen, das Gelände zu verlassen, doch die Männer ließen sich nicht überzeugen und wurden schließlich gewalttätig.

Anschließend haben sich die drei Täter zurückgezogen und die ethnischen Hellenen die Polizei gerufen. Die Täter wurden von den Hellenen fotografiert, um sie zu identifizieren. Die Mitglieder des Vereins haben «Strafanzeige gegen Unbekannt» erstattet und die Bevölkerung um Hinweise zu den Tätern gebeten. Der Präsident des Vereins versteht diesen Angriff auf die Hellenen als einen Angriff auf die Religionsfreiheit, die in der Verfassung Griechenlands verankert ist. Gegenüber «Zougla» sagte er, dass diese Gewaltvergehen der christlichen Intoleranz gegen die Religionsfreiheit verurteilt und bestraft werden müssen, sowohl von der Bezirksregierung als auch vom örtlichen orthodoxen Bischof. Die Polizei untersucht jetzt den Fall und ermittelt gegen die drei Täter.

Klicken Sie auf die folgenden Links, um Fotos vom Tatort zu sehen:


Hellenen Lakoniens
Kouti tis pandoras
Zougla

28.12.2018

Pater Paisios: Hass, Verschwörungstheorien, Menschenverachtung

Mit Entsetzen musste ich vor wenigen Tagen feststellen, dass im deutschsprachigen Internet seit zwei Jahren die sogenannten «Prophezeiungen» des bekannt-berüchtigten orthodoxen Mönchen Pater Paisios (1924–1994) verbreitet und besprochen werden, der als Asket sein Leben in der Mönchsrepublik Athos verbracht hat. Diese Verbreitung erfolgt ohne Quellen, ohne irgendwelche Daten, ohne die Angabe von Bibliographie. Pater Paisios, eigentlich Arsenios Eznepidis, genoss großes Ansehen in Griechenland und wurde wegen seiner Frömmigkeit von den griechischsprachigen orthodoxen Christen sehr geachtet, die ihn bereits zu Lebzeiten wie einen Heiligen verehrten, obwohl er erst 2015 offiziell heilig gesprochen wurde. Seit den 90er Jahren kursieren die unglaublichsten Geschichten über seine Heilkräfte und die Wunder, die er angeblich vollbracht hat.

Er soll sterbenskranke Menschen geheilt, den Teufel die Stirn und den Ratsuchenden die Zukunft geweissagt haben. Es gibt wohl kein Dorf in Griechenland, wo er nicht bekannt ist und in dem keine frommen Geschichten über diesen Menschen erzählt werden. Jeder, der in Griechenland lebt oder in einer griechischsprachig-orthodoxen Familie aufgewachsen ist, hat von ihm gehört und erlebt, wie ehrfürchtig die Gläubigen über ihn reden. Seine Botschaften wurden in Fernsehsendungen, auf YouTube, in Magazinen usw. übertragen. Das Internet quillt über von Videos, wo Menschen, die den Mönch getroffen und persönlich gesprochen haben, über seine Wunderkräfte und vor allem über seine Prophezeiungen berichten. Denn es sind vor allem diese Prophezeiungen (über einen letzten Krieg zwischen Griechenland und der Türkei, aber auch über den 3. Weltkrieg), die ihn so bekannt und populär gemacht haben. Mittlerweile gibt es auch viele deutsche Videos über «Altvater Paisios vom Berg Athos» (siehe Links), die ihn verklären und als liebenswürdigen alten Mann darstellen, der nur Gutes im Sinn hatte.

Moderatoren, Journalisten, die Medien allgemein haben dazu beigetragen, dass seine Wundergeschichten in ganz Griechenland bekannt wurden. Nie wurden diese «Wunder» kritisch hinterfragt, nie seine Botschaften aufs Korn genommen oder gar all seine anderen Behauptungen kritisiert, die an Naivität und Absurdität eigentlich nicht zu überbieten sind. Alle Geschichten wurden als Tatsachen hingenommen, geglaubt, mit unglaublicher Naivität ausgestrahlt und kommentiert. Kritisches Hinterfragen war unerwünscht, weshalb sich die Journalisten auch wie Gläubige auf einer Mission gerierten. Ihre Mission: Die Botschaften des Pater Paisios bis in die letzten Winkel Griechenlands zu tragen und auf diese Weise die Orthodoxie, die «wahre Religion», zu stützen. Das ist ihnen auch gelungen, sehr zum Missfallen kritisch denkender Menschen, die über diesen Jahrzehnte andauernden «Hype» sichtlich genervt waren und sind. Und das aus gutem Grund. Denn die Botschaften und Prophezeiungen des Mönchen waren nicht nur naiv, wie alle Heiligenviten der Orthodoxie, sondern sie sind auch sehr gefährlich, denn sie heizen die religiöse Intoleranz und das außenpolitische Klima in Griechenland an; sie befördern die Rivalität und erschweren eine rationale, kluge Außenpolitik zur Lösung der Spannungen in der Ägäis. Und sie werden nicht offen angezweifelt oder gar in den Wind geschossen, weil es «Pater Paisios gesagt hat». Diese Phrase ist ein Dauerbrenner in vielen Diskussionen: «Pater Paisios hat es gesagt», also stimmt es.

Pater «Pastitsios»

Das wurde auch Filippos Loizos irgendwann zuviel. Der junge Mann hat eine «neue» Wundergeschichte des «Heiligen» frei erfunden und ins Internet gestellt. So soll Pater Paisios einen 18-jährigen Drogenabhängigen geheilt haben, als dieser von einem Auto angefahren und in die Intensivstation gebracht wurde. Daraufhin hatte die Mutter des jungen Mannes eine Handvoll Erde vom Grab des «Heiligen» genommen und unter das Kissen ihres kranken Sohnes im Krankenhaus platziert. Prompt stellte sich eine Verbesserung seines Gesundheitszustandes ein. Der junge Mann wurde wieder gesund. In Wahrheit hat es keinen Unfall und auch keinen jungen Mann gegeben. Aber das wusste niemand. Die Geschichte verbreitete sich von Webseite zu Webseite, von Blog zu Blog. Die rassistische und antisemitische Zeitung «Eleftheri Ora» brachte die Geschichte sogar auf ihre Titelseite (10.08.2012). Irgendwann meldete sich Loizos mit der Meldung, dass die Geschichte erfunden sei. Er meldete dies auf der von ihm gegründeten satirischen Facebook-Seite «Gerontas Pastitios». Loizos sieht in «Paisios» ein künstliches Phänomen, das dazu dient, die Gläubigen zu «manipulieren, auszubeuten und zu fanatisieren» (Im Interview mit VICE). Die Gläubigen haben das jedoch nicht so gut aufgenommen, es ging ein Aufschrei durch das Internet. Die Gläubigen fühlten sich durch den jungen Mann bloßgestellt und verspottet, wenngleich dieser sich über den religiösen Fanatismus in Griechenland lustig machte und auf die Leichtgläubigkeit der Frommen hinweisen wollte. Doch das sollte nur der Anfang einer ganz anderen Geschichte werden.

Nach der Intervention des Abgeordneten der orthodox-faschistischen Goldenen Morgenröte Christos Pappas, der dem damals noch unbekannten Gründer der Facebook-Seite vorwarf, dass er die Galionsfigur «der Hellenorthodoxie» zu «beleidigen, verspotten und lächerlich zu machen versucht», wurde die datenschutzrechtliche Anonymität des Loizos aufgehoben und dieser strafrechtlich belangt. Am 21.09.2012 klopften vier Polizeibeamte und ein Staatsanwalt an seiner Tür. Er wurde aufgefordert, die Seite «Gerontas Pastitios» zu schließen, was er dann auch gemacht hat, sein PC wurde beschlagnahmt und er selbst abgeführt. Am 16.01.2014 wurde Loizos zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten und 3 Jahren auf Bewährung verurteilt. Der Grund: «Religionsbeleidigung». Loizos legte Berufung gegen das Urteil ein. Seine Verurteilung hat eine Welle der Empörung im In- und Ausland ausgelöst. Menschen aus aller Welt solidarisierten sich mit Loizos. Die «Griechische Union für Menschen- und Bürgerrechte» und Amnesty International kritisierten und verurteilten die Verhaftung und Verurteilung von Loizos. Es wurden wieder Stimmen laut, die die Zerschlagung der theokratischen Strukturen in Griechenland forderten. Die Verurteilung wurde zu einem Justizskandal. Am 02.03.2017 wurde die Berufung der Angeklagten verhandelt. Das Gericht in Athen stellte die Anklage mit der Begründung ein, dass die Straftat verjährt sei.

Leider führte die Verurteilung des Gerichts in Athen und die Debatte über die notwendige Streichung des «Blasphemie-Paragraphen» nicht dazu, die Person des Pater Paisios zu durchleuchten, dabei wäre das dringend notwendig. Wer war dieser Mann, dessen ethnozentristischen Prophezeiungen, Ratschläge und Wunder so weit verbreitet sind und entsprechende Videos auf YouTube viele hunderttausend Mal angeklickt wurden? Was hat er wirklich gesagt? Kann man ihn überhaupt ernst nehmen? Die Antwort lautet: Nein.

Der Mann Paisios

In seinem sehr bekannten Buch «Ο πατήρ Παϊσιος μου είπε...» («Pater Pasios hat mir gesagt...») (10. Aufl., Verlag Orthodoxos Kypseli Thessaloniki, Thessaloniki 2001) schreibt der Autor und gläubige Christ Athanasios Rakovalis seine Gespräche mit dem Mönch auf, Gespräche, wohlgemerkt, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen und doch so typisch sind für die Orthodoxie. So prophezeite der Mönch dem Autor, dass die «Türkei zerstört wird», dass es einen Krieg geben und Griechenland gewinnen wird («Wir werden die Sieger sein, weil wir Orthodoxe sind»). Und am Ende wird Konstantinopel wieder «uns» gehören. Der große Traum der griechischsprachigen Fundamentalisten und Nationalisten. Diese Prophezeiung wird bei jedem noch so kleinen Konflikt mit der Türkei hochgekocht und in Streitgesprächen sogar als Argument verwendet, um den Menschen die Angst vor dem Krieg zu nehmen, schließlich sehen sich die Fanatiker bereits als Sieger über den Feind triumphieren. Pater Paisios hat es gesagt. Paisios selbst träumte von der Wiedergeburt von Byzanz durch die Mönchsrepublik Athos (S. 75).

Aber der Mönch sagte nicht nur die Zukunft voraus, er wusste auch wie Kinder zu erziehen sind. So sagt er dem Autor, dass die Eltern ihren Kindern zuerst einmal eine «gute christliche Erziehung» angedeihen lassen sollen. Das sei das Wichtigste. Danach sollte man sie auch «ein paar Buchstaben» lernen lassen (S. 37-38). Im Haus sollte man sowieso «nur christliche Bücher» haben (S. 50). Paisios wusste auch Krankheiten zu deuten. So erzählt der Autor von einem Bekannten des Mönchen, der auch Mönch werden wollte, aber noch mit dieser Entscheidung zu kämpfen hatte. Er suchte den Rat des Paisios, weil Angehörige seiner Familie krank wurden und er sich Sorgen machte. Paisios sagte: «Solange er in der Welt verbleibt», wird «die Versuchung» (πειρασμός) den Gesundheitszustand seiner Leute verschlimmern, um ihn dazu zu bewegen, bei seiner Familie zu bleiben und doch kein Mönch zu werden. Der Teufel sieht die Schwäche des Menschen und schafft angeblich Situationen, «damit der Mensch niemals von der Welt wegkommt!» (S. 42). Doch der «heilige» Mönch konnte nicht nur Krankheiten deuten, er war auch in Komplementärmedizin bewandert. Er wusste, dass es zwei Schulen der Akupunktur gibt. «Die eine ist rein satanisch» und die andere macht einfach nur die Nerven kaputt und heilt so den Schmerz (S. 54-56).

Von seiner Klosterzelle konnte er auch einen Blick in die internationale Politik werfen. So klagt der Autor dem Mönchen, dass alle politischen Anführer Freimaurer seien, eine sehr verbreitete Verschwörungstheorie in Griechenland. Der Mönch antwortet darauf: «Damit heute jemand Ministerpräsident wird, muss er Freimaurer sein...» (S. 66-67). Keine Angabe von Quellen, nichts. Er wusste das, einfach so. Wie er ja so vieles wusste und zu allen Dingen eine Meinung hatte. Manchmal, wenn er den «anderen» gerade die Dinge vorwarf, die für das Christentum so charakteristisch sind, zeigte er sich ungewollt (selbst-)ironisch. So berichtet er auf S. 70 von einem Treffen mit einem Universitätsprofessor, der ihm sagte, dass er ernsthaft über die Möglichkeiten von Feuerbestattungen nachdenke, um Platz zu sparen. Die Meinung des Paisios: «Sie wollen den Menschen erniedrigen, ihn entwerten. Ihn von seinen Wurzeln, seinen Vorfahren, seiner Tradition entfernen … Sie wollen die Gottlosigkeit verbreiten.» Paisios hat hier unbewusst eine genau Definition des Christentums geliefert. Denn das, was «sie» mit der Feuerbestattung angeblich vorhaben, ist spätestens seit 529 christliche Politik. Die Kirchen haben nicht nur die Menschen erniedrigt und entwertet, sondern sie mittels Massenmord und anderen Kleinigkeiten von ihren Traditionen und ihren Ahnen getrennt. Aber das waren ja nur «Heiden», «Götzendiener», also schwamm drüber.

Paisios neigte nicht nur zur Verdrehung und Dramatisierung, er war auch ein Heuchler. Er warf anderen die «Erniedrigung und Entwertung» des Menschen vor und ging dann selbst dazu über, Menschen zu entwerten: «Wenn der Mensch Gott nicht liebt, dann liebt er auch seine Eltern nicht, nicht seine Nachbarschaft, sein Dorf, seine Heimat … Dieser Mensch ist wertlos.» (S. 74). Wenige Mönche oder kirchliche Würdenträger äußern sich so direkt. Und die Prophezeiungen und Botschaften dieses Menschen werden so unbedarft und ohne jede Skrupel im Internet verbreitet. Aber nicht alle Leute, die seine frohen Botschaften in die Welt posaunen, wissen, was dieser Mann alles gesagt und gelehrt hat, vor allem dann nicht, wenn sie aus Deutschland oder den anderen deutschsprachigen Ländern stammen und Griechisch nicht zu ihrer Muttersprache zählen. In Griechenland sieht es anders aus. Einige wissen es und ignorieren die peinlichen Stellen (gibt es Stellen, die nicht peinlich sind?), andere feiern ihn gerade wegen dieser Stellen, während die kirchlichen Seiten sie mehr oder weniger verschweigen. Dabei hatte Paisios die Grenzen des Unerträglichen ganz klar überschritten. So lesen wir auf den Seiten 73-74, wie der Autor dem Mönchen sagt, dass viele Kinder in Athen verschwinden würden. Angeblich wurden sie von «verschiedenen Organisationen» entführt. Was machen die mit ihnen?, fragt Paisios. Am Ende tötet man sie, antwortet der Autor. Und dann sagt Paisios: «Ja, auch die Juden tun das; sie durchlöchern sie mit Spießen und trinken ihr Blut». Auch das, der Judenhass, ist charakteristisch für die Orthodoxie. Es gibt viele Beispiele aus der jüngere Vergangenheit, die das belegen. Ein Beispiel ist Seraphim, Metropolit von Piräus, und seine kruden Thesen über die jüdische Verschwörung (siehe unten). (Meistens schaffen es die Hasstiraden und Gewaltaufrufe der orthodoxen Bischöfe nicht in die deutschen Medien.) Eigentlich muss über diesen Mönch nichts mehr gesagt werden. Leider gibt es da mehr zu sagen, viel mehr.

Paisios sah überall das Wirken böser Mächte, sah Griechenland gar von finsteren Mächten umkreist, wie so viele Pfaffen. «Alle bekämpfen diesen Staat!! Sie wollen ihn zerstören!!... Jeder auf seine Weise... Der eine, indem er keine Steuern zahlt, der andere, indem er seine Arbeit nicht gut macht … Sie wollen den griechischen Staat zerstören! Die Freimaurer, von denen du [meint den Autoren] sprachst und viele andere.» (S. 92). Auch diese Vorstellung ist weit verbreitet und wird mit solchen Äußerungen befördert und mit dem Glaubwürdigkeits-Siegel des Paisios versehen. Daher ist es gut, dass viele junge Menschen in den großen griechischen Städten die Kirche nicht mehr ernst nehmen und keine Respekt vor den «Heiligen» haben, denn es handelt sich hierbei um eine irrationale Autorität, die den Verstand knechtet und die Vernunft aushebelt, was gerade in der heutigen Situation sehr gefährlich ist. Doch auch hier witterte Paisios das Wirken des Teufels. «Zuerst verleitet er dich dazu, über die Menschen zu urteilen, dann über deinen Beichtvater, dann über die Heiligen der jüngeren Zeit … und am Ende fängt man an, über Gott zu urteilen.» (S. 107). Und urteilen darf man nicht, das dürfen nur die «Heiligen», die das auch sehr gerne und sehr oft machen.

Immer wieder klagt Paisios über die Logik der Menschen, das kritische Denken. An vielen Stellen, nicht nur im Buch, auch in Artikeln im Internet, auf kirchlichen Seiten und Blogs, wo seine Reden und liebenswürdigen Botschaften verbreitet werden, fordert der Mönch eine Rückkehr zur Unschuld, zur «Einfachheit». Heute seien die Menschen überheblich, arrogant. Früher war das anders. Da waren die Menschen noch unschuldig. Was Paisios unter «Unschuld» und «Einfachheit» verstand, lesen wir auf S. 105 im Buch. Dort beschreibt er sehr anschaulich, wie «einfach» die Menschen damals waren. Er erzählt die Geschichte eines Busses, der zum ersten Mal in ein Dorf gefahren ist. Als der Bus dann im Dorf ankam, haben sich die Menschen um den Bus versammelt und versuchten diesen zu füttern. Der Autor fragt nach, ob die Dorfbewohner tatsächlich den Bus füttern wollten und Paisios antwortet: «Ja, ja!». Und in diese «Einfachheit» sollen wir also zurück kehren... Mit der Kritik an der Kirche und den «Heiligen» wäre es dann schlagartig vorbei, das ist sicher. Dabei ist Paisios selbst ein glänzendes Beispiel dafür, weshalb kritisches Denken und das Vertrauen in unseren Verstand so wichtig sind. Aber davon wollte der Mönch nichts wissen. «Wir sollten kein Vertrauen in uns selbst haben. Selbstvertrauen ist ein großes Hindernis für die göttliche Gnade» (S. 180) und «die Logik macht den Glauben von der Wurzel aus kaputt» (S. 119). Wo er Recht hatte, hatte er Recht, das muss man ihm lassen. Wir sollen also nicht uns selbst vertrauen, unseren Verstand, sondern nur auf den lieben «Gott» vertrauen und damit natürlich auf seine Stellvertreter auf Erden. Dieser «Ratschlag» wurde für einen 99-Seiten langen Text bereits ins Deutsche übersetzt, der Teil mit den Juden freilich nicht (siehe den Link: Altvater Paisios vom Berg Athos). Da die Autoren aus dem gleichen Buch schöpfen, dürfen wir davon ausgehen, dass sie sehr wohl wissen, was für ein Mensch Paisios wirklich war; sie wissen, wessen Menschen «Botschaften» und «Ratschläge» sie verbreiten. Aber die Leute, die die Orthodoxie nach Deutschland bringen wollen, wissen auch ganz genau, welche Passagen zu übersetzen und welche lieber zu verschweigen sind, um u.a. einen Prozess wegen Volksverhetzung zu vermeiden. Denn dann würden auch keine Propaganda-Videos helfen.

Paisios war ein reinblütiger Repräsentant der berüchtigten Intoleranz der Orthodoxie. Er selbst berichtet, wie ihn einmal jemand zusammen mit seinem Schwager aus Deutschland besucht hat. Der Mönch fragte ihn gleich über den Glauben seines Schwagers aus. Der Mann musste seinen Schwager erst fragen, denn er wusste nicht, welcher Religion dieser angehörte. Gegenüber dem Autoren kritisiert der Mönch später diese «Gleichgültigkeit» («Er wusste  nicht, an was sein Schwager glaubte»). Als er dann erfuhr, dass der Schwager Protestant war, hat er ihn so richtig runtergeputzt. «Verloren sind sie und ihre Konfession … Mit der Gleichgültigkeit versuchen sie die Dinge aufzulockern, die Orthodoxie zu zerstören. Hinter ihnen stehen die Zionisten» (S. 114-115). Alle versuchen die Orthodoxie zu vernichten, sie so wichtig und auf der anderen Seite so bedrohlich für die «Herrschenden», dass sie unbedingt aus dem Verkehr gezogen werden muss. Das alte Mantra der orthodoxen Fanatiker, ein Relikt aus der dunklen Vergangenheit, das aufgrund einer fehlenden Aufklärung weiterhin in Griechenland wütet und den Leuten den Kopf verdreht. Nicht nur den Mönchen und Würdenträgern, sondern auch den «einfachen» Laien. Ein gutes Beispiel dafür ist der Autor des Buches selbst, der irritiert ist, weil es ihnen nach so «vielen Jahren nicht gelungen ist, diese Muslime [in Thrakien] zu assimilieren?!! Wir haben sogar den Staat auf unserer Seite...». Paisios erwidert lapidar: «Die ersten Christen haben die ganze antike Welt verändert, geformt. Wir heutigen Christen sind weichgekocht». (S. 132). Die alten Christen haben also die Welt «verändert». Da hatte er schon Recht, das haben sie wohl getan.

Sie schämen sich also nicht um vergangene Verbrechen, sondern beklagen, dass der klägliche Rest Aufklärung, der nach Griechenland übergeschwappt ist, die Orthodoxie teilweise zivilisiert und ihrer Intoleranz Zügel angelegt hat. Aber was sollen wir von Menschen erwarten, die tatsächlich der Meinung sind, dass Gott die Hölle «aus Liebe zulässt», weil der Sünder nur unter seinesgleichen Trost finde und er sich im Paradies unwohl fühlen würde. Im Paradies würden sich die Sünder «langweilen». Es wäre so, als würde man «irgendeinen Bettler» in einen «königlichen Palast» stecken, wo ihm alles unbekannt wäre, er nichts richtig zu gebrauchen wüsste, «sich unwohl fühlen, sich Sorgen machen, nicht in der Lage sein würde, mit den Palastbewohnern zu sprechen» und dort wohl leiden würde (S. 147). Wir sehen, Paisios hatte von seiner Klosterzelle aus aus einen wunderbaren Blick auf den Himmel oder, um es mit Deschner zu sagen: «Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.»

Oder nehmen wir ein anderes Beispiel: das Thema Homosexualität. Für Paisios ist das nur eine «Leidenschaft» (pathos), er vergleicht sie mit einer «schlechten Angewohnheit», der man Herr werden könnte. Und wie wird man überhaupt erst schwul? Nun, auch hier kennt der Mönch die Antwort: Durch Zwang, und mit der Lust gewöhnt sich das Kind langsam an diesen Zustand (S. 155). Es ist ganz offensichtlich, dass der Mann nie etwas von «sexueller Orientierung» gehört, geschweige denn ein oder gar zwei Bücher über das Thema gelesen hat. Er schwätzte, wie ihm der Schnabel gewachsen war. Ich frage mich, ob er überhaupt jemals etwas über die Themen gelesen hat, über die er so viel referiert hat. Jedenfalls lassen seine «Botschaften» daran zweifeln und an  seinen Verstand gleich mit. 

Ein paar Gedanken zum Schluss

Und die Botschaften und Prophezeiungen dieses Mannes werden jetzt im deutschsprachigen Internet verbreitet und Paisios selbst als von «Gott» erleuchtet dargestellt. Der heilige Mann, über den jeder eine Wundergeschichte zu erzählen hat, so unglaubwürdig, vernunftwidrig, beleidigend sie auch für den menschlichen Verstand auch sein mag. Eigentlich will ich nicht über Tote reden, sie können sich nicht wehren und ihre Taten sprechen für sich. Aber Paisios und seine Anhänger haben genug Material hinterlassen, um sich eine wirklichkeitsadäquate Meinung von ihm bilden zu können, zumindest wenn man des Griechischen mächtig ist. Daher wissen die Betreiber der kirchlichen Seiten in Griechenland genau, wen sie da schmackhaft machen wollen, nun auch hier in Deutschland. Die deutschsprachigen Leser können sich in aller Regel keine wirklichkeitsadäquate Meinung von ihm bilden, weil sie keinen Zugang zur entsprechenden Literatur oder Online-Artikeln haben und ihnen nur die Zitate und Botschaften präsentiert werden, die kein Misstrauen oder Argwohn erregen sollten. Das ist das perfide an der Paisios-Propaganda im deutschsprachigen Internet (Videos, Webseiten, Blogs). Und mit Paisios kommt die Orthodoxie und versucht dann auch hier Fuß zu fassen. Er ist lediglich der Türöffner, der Rammbock, der das Tor aufbricht und die Bevölkerung der Intoleranz aussetzt, die nur da in ihrer reinen Form auftritt und keiner Mäntelchen bedarf, wo das allgemeine Klima und die gesellschaftlichen Bedingungen das zulassen und fördern.

Hass, Menschenverachtung, Fanatismus, Obskurantismus, Gegenaufklärung, Verrohung und Theokratie sind dann die Früchte dieser unschuldig anmutenden Saat, die je nach Feld mal so, mal anders gestreut wird und die langsam die Menschen vergiftet, ihren Verstand angreift und ihre Emotionen aktiviert. Damit lässt sich wunderbar Politik machen, nicht nur in Griechenland. Nur wenige haben diese Gefahr, noch weniger Leute die Verbindungen zwischen Nationalismus und Orthodoxie erkannt. Was von Weitem wie Balkan-Kitsch oder Folklore aussehen mag, bestimmt in Griechenland zum großen Teil die Politik und ist eine gesellschaftliche Macht, die nicht zu unterschätzen ist, gerade weil sie eine irrationale Autorität darstellt und auf einem Berg aus kreativer Geschichtsschreibung, Überschätzung und Misstrauen gegenüber der Aufklärung thront, von wo sie die Massen zu steuern und nach ihrem Geschmack zu formen sucht. Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Autoritarismus.

Paisios ist kein Vorbild, zumindest nicht für die Anhänger der Aufklärung und der Französischen Revolution. Seine «Prophezeiungen» transportieren einen religiösen Nationalismus und Ethnozentrismus, der es nicht wert ist, verbreitet und an die Glocke gehängt zu werden. Er war der Vertreter einer Welt, die zu Recht untergegangen ist. Deshalb bitte ich alle, die die Prophezeiungen und Botschaften dieses Mannes verbreiten, damit aufzuhören; sie sollen genau überlegen, was sie da eigentlich tun. Das Erbe und die Geschenke der Aufklärung und der Französischen Revolution sind viel zu bedeutend, wurden mit zu viel Anstrengung und Blut erkämpft, haben teilweise ihren Zweck erfüllt und Europa nach vielen Jahrhunderten der Finsternis aus dem Schlamm der Barbarei gezogen, um sie einfach so für die Einfalt und Bosheit eines Fanatikers in den Wind zu schießen.



Links
Ein Mönch, ein Wunder, ein Nudelauflauf
Keine strafrechtliche Verfolgung der Internetsatire „Mönch Pastitsios“
Griechischer Bischof hetzt gegen Juden
Ein Albtraum von Nationalismus und Orthodoxie
Griechenland: Metropolit Seraphim löst mit antisemitischen Äußerungen Skandal aus
Altvater Paisios vom Berg Athos (PDF)
YouTube: Vater Paisios - der Film
YouTube - Der heilige Berg Athos: "Der Weg zu Altvater Paisios"

07.11.2018

Το Ισλαμικό Κράτος στην Ελλάδα

Από τη «Deutsche Welle»: Μαζί με τους πρόσφυγες έρχονται και οι εγκληματίες του Ισλαμικού Κράτους.

«Εάν μάθουν οι Αφγανοί ότι είμαι Γεζίντι θα με κάψουν ζωντανό. Δεν μας θεωρούν ανθρώπους», λέει ο Kheiri Zabri (37) από το κέντρο προσφύγων στη Μαλακάσα (στην Αττική). «Πολλοί εδώ ανήκουν στο Ισλαμικό Κράτος», λέει και ο 29-χρονος Hussein Khidher. «Μας λένε Κάφιρ, άπιστους», λέει η γυναίκα του, η Ilhan. Φίλοι και γνωστοί τους έχουν προειδοποιήσει να μη μιλάνε αρνητικά για το Ισλαμικό Κράτος, επειδή υπάρχουν πολλοί ακόλουθοι του στη Μαλακάσα. Στον κόσμο λένε μάλιστα πως είναι Κούρδοι γιατί φοβούνται για τις ζωές τους. Ο Khidher, που μιλάει την αραβική και περσική γλώσσα, τους άκουσε να μιλάνε και για την Ελλάδα: «Χαρακτήρισαν την Ελλάδα και αλλες ευρωπαϊκές χώρες ως πατρίδες των απιστων. Τί θέλουν τότε εδώ; Είναι εδώ, επειδή τους ψάχνουνε στις χώρες τους γιατί είναι εγκληματίες.» Ο Ayad Khidher Khano (27), επίσης πρόσφυγας, μας εξηγεί: «Το Ισλαμικό Κράτος που ήταν στο Ιράκ είναι τώρα εδώ. Μπορώ να σας δείξω κάποιον που έστηνε βόμβες στη Φαλούτζα.» Τους γνωρίζει, ξέρετε. Το 2014 το Ισλαμικό Κράτος σκότωσε 27 συγγενείς του. «Χρησιμοποίησαν μαχαίρια για να εξοικονομήσουν σφαίρες», λέει για τα κτήνη του Ισλαμικού Κράτους.

Και οι αρχές τί κάνουν; Αγνοούν τον κίνδυνο. Οι πρόσφυγες έχουν απευθυνθεί πολλές φορές στην Πολιτεία. Στην αρχή δεν έγινε τίποτα. Κάποτε όμως αποφάσισε το κράτος να ψάξει να δει τι τρέχει. Τελικά οι αρμόδιες αρχές δεν βρήκαν «συγκεκριμένα στοιχεία» που να συνδέουν συγκεκριμένα άτομα «με την ισλαμική τρομοκρατία». Δεν βρέθηκαν λοιπόν «αξιόπιστα στοιχεία». Να ξέρουν όμως οι κύριοι, αν συμβεί κάτι, ενώ είχαν προειδοποιηθεί, θα έχουν την απόλυτη ευθύνη. Ο κάθε ερασιτεχνισμός έχει και τα όρια του.

Η παράδοση μας, η ιθαγενής παράδοση της χώρας, μας προστάζει να παραχωρούμε άσυλο στον πρόσφυγα, στον ικέτη, αλλά όχι στον εγκληματία, δολοφόνο, τρομοκράτη υποστηρικτή ή μέλος του Ισλαμικού Κράτους.

Αν τα κτήνη του Ισλαμικού Κράτους, που διέπραξαν γενοκτονία κατά των Γεζίντι και βίασαν και πούλησαν τις γυναίκες και τα παιδιά τους στα σκλαβοπάζαρα, δεν θεωρούν τους Γεζίτες ανθρώπους, φανταστείτε τι θα θεωρήσουν εμάς τους εθνικούς Έλληνες, τους «ειδωλολάτρες»! Και για τις ελληνικές αρχαιότητες δε χρειάζεται καν να το συζητάμε. Δεν μας έφταναν οι μισο-πολιτισμένοι αγιορείτες και φανατικοί χριστιανοί, τώρα πρέπει να ανησυχούμε και για τις πιο άγριες εκδοχές του μονοθεϊσμού, ενός μονοθεϊσμού που δε διδάχτηκε καμία ανοχή απέναντι στο διαφορετικό και από τον οποίο, συνεπώς, δεν μπορούμε να περιμένουμε καμία ανοχή απέναντι στον ελληνισμό, στους Έλληνες και τα ιερά τους.

Καλά κάνουν λοιπόν οι Γεζίντι και φοβούνται το Ισλαμικό Κράτος. Το φοβούνται γιατί το έχουν ζήσει στο πετσί τους. Καλά θα κάνουμε κι εμείς να ανησυχούμε για το Ισλαμικό Κράτος στην Ελλάδα και μια πολιτεία που φαίνεται να εθελοτυφλεί. Το Ισλαμικό Κράτος δεν απειλεί μόνον τους Γεζίντι, τους Χριστιανούς, τους φιλελεύθερους Μουσουλμάνους, Εβραίους, Ομοφυλόφιλους ή τους Αθεϊστές, αλλά κάθε διαφορετικό άνθρωπο, μόνο και μόνο επειδή είναι διαφορετικός.

Οι άνω πληροφορίες βασίζονται στο αρχικό κείμενο της Deutsche Welle: «Griechenland: Im Flüchtlingslager regiert die Angst vor dem IS»
https://www.dw.com/de/griechenland-im-fl%C3%BCchtlingslager-klagen-jesiden-%C3%BCber-gewalt-von-is-anh%C3%A4ngern/a-46120454

24.08.2018

Do Hellenic Polytheists hate the Christians?

Some people ask me if the Hellenes hate the Christians. My answer has to be no. We are opposed to theocracies, ethnocides, evangelical agendas, the same applies to spiritual soft-dictatorships disguised as religions, and we are also opposed to the type of human being they have formed at the personal and collective level. Christianity acted in history as a bomb of cultural mass destruction, so we reject christianity, but we don't the Christians. Yes, we want to overcome monotheism. But by that we mean that first we have to overcome monotheism in our own minds by changing our ethos, worldview and our categories of thinking, our imagination, in order to free our selves from the colonial mindset of the current dominant culture. 

We do not want to extinguish monotheism or to persecute other people with other worldviews. And we are also not against the christian faith, meaning that someone visits the church to light a candle and say a prayer to Jesus or to the «true god», for  we can distinguish between faith and the political agendas and institutions. In fact, many of our family members are christian. We have parents, brothers, grandparents, friends etc. who are christians. We don't consider them being our enemies. We are not friends of christianity, true, but we are not opponents of christians who just want to be christians without persecuting others. So, we are «enemies» of theocracies and of the mentioned dictatorships, but we are not and won't be the enemies of all christians, except of those who are fanatics, totalitarian and a threat to our freedom. 

I can not speak of course for every ethnic Hellene or Hellenist, but I know that many of them agree with me regarding this attitude towards the christians. Our goal is not to hate or fight against christianity, but to revitalize and protect Hellenism.



31.07.2018

Λιθουανία και ρωμαίικη δημοσιογραφία

«Παγανισμός, με επίσημη την λατρεία του Θεού της... Αστραπής σε κράτος-μέλος της Ευρωπαϊκής Ενωσης, εν έτει 2018; Και όμως!», γράφει με ειρωνικό ύφος η δημοσιογράφος Ειρήνη Μητροπούλου στο «Βήμα» για την ενδεχόμενη αναγνώριση της εθνικής θρησκείας της Λιθουανίας, τη στιγμή που η ίδια ζει σε ένα θεοκρατικό κράτος όπου τα σχολικά βιβλία γράφονται με σκοπό τη διατήρηση της εθνικιστικής παραμυθολογίας της ρωμιοσύνης και βρίθουν από ανακρίβειες ή fake stories που συντηρούν την εξουσία του κλήρου. «Αλλά ο Τάντας, ένας νεαρός προγραμματιστής υπολογιστών που παντρεύτηκε και βάφτισε τον μικρό γιο του με ειδωλολατρικά τελετουργικά». «Ειδωλολατρικά τελετουργικά»; «Βαφτήσια»; Αυτό είναι το αποτέλεσμα όταν οι ανενημέρωτοι ερασιτέχνες δημοσιογράφοι, ή μάλλον αρθογράφοι, προσποιούνται τους σοβαρούς, τους επαγγελματίες και γράφουν για θέματα που προδήλως δεν έχουν μελετήσει, και μάλιστα με ένα υποτιμητικό ύφος σαν να ζούσαν σε άλλο κράτος, σαν να μην γνώριζαν ότι το «άγιο» φως γίνεται κάθε χρόνο δεκτό με τιμές αρχηγού κράτους, ότι η ρωμαίικη κοινωνία θεωρεί φυσιολογικό το προσκύνημα των παντόφλων του ρατσιστή μοναχού Παϊσίου, ότι ο «Πρόεδρος της Δημοκρατίας» κ. Παυλόπουλος έπεσε στα γόνατα ενώπιον του πατριάρχη Βαρθολομαίου ή ότι μητροπολίτες της «επίσημης θρησκείας» εμφανώς παρακινούν σε πράξεις βίας και μας βομβαρδίζουν τακτικά με μια απίστευτη ρητορική μίσους εναντίον όλων όσων δεν γουστάρουν. Και όλα αυτά και πολλά άλλα σε κράτος-μέλος της Ευρωπαϊκής Ενωσης, εν έτει «2018». 

Αλλά σε ποιους τα λέμε αυτά; Οι ρωμιοί δημοσιογράφοι είναι επιλεκτικά τυφλοί. Αντί να κοιτάνε το δικό τους χάλι, την έλλειψη κράτους δικαίου ή την ελλειμματική κρατική πρόνοια στη χώρα τους, ή την γενική σαπίλα και πολιτισμική κατρακύλα των τελευταίων δύο δεκαετιών, ή, καλύτερα, αιώνων, την διαφθορά και πολιτική γελοιότητα που έσυρε στο γκρεμό τη χώρα, εν ολίγοις τη δική τους «καμπούρα», χλευάζουν ένα κράτος που παλινορθώνει την εθνική του θρησκεία και παράδοση και το οποίο -σε σύγκριση τουλάχιστον με το ψευδεπίγραφο ελληνικό κράτος- ούτε πτώχευσε, ούτε ξεβρακώθηκε, ούτε απατεωνίζει και σίγουρα δεν έκανε καριέρα στα μνημόνια, αλλά παραμένει παράδειγμα κρατικής ακεραιότητας και, σε περίπτωση που αναγνωρίσει την εθνική θρησκεία της χώρας, αυτοσεβασμού. Και ίσως να είναι αυτός ο λόγος που κάποιοι ενοχλούνται ξαφνικά από την Λιθουανία. Καλώς ή κακώς, δεν έχουν όλα τα κράτη την «πολυτέλεια» να παραμένουν κολλημένα στον μεσαίωνα ή το βυζάντιο. 

Η Λιθουανία τουλάχιστον δεν αρέσκεται στο ρόλο της θρησκόληπτης μπανανίας, αλλά τιμάει τα αγαθά του διαφωτισμού. Επομένως, είναι πολύ πιθανόν το λιθουανικό κοινοβούλιο να προχωρήσει στο αυτονόητο, δηλ. στην αναγνώριση της Ρόμουβα και να αδιαφορήσει για τον χλευασμό που ηχεί από τα βάθη του γκρεμού. Και καλά θα κάνει.

ΤΟ ΒΗΜΑ:  Λιθουανία: Πολεμική για τη λατρεία του Θεού της ... Αστραπής